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Diese Frage stellt sich oft, wenn sich wie in jedem Jahr die Pfingsttage nähern und ambitionierte Radsportler in der Familie oder unter Freunden über diesen Ort sprechen. Da ist Aufklärung notwendig, denn Bimbach mit seinen ca. 2.100 Einwohnern liegt ca. 10 Kilometer von der osthessischen Stadt Fulda entfernt.

Der RSC-Bimbach bietet als Verein (115 Mitglieder) das größte Radsport-Event und den härtesten Rad-Marathon, nämlich den Rhön-Radmarathon, in Deutschland. 150 Helfer sind involviert. Vier Strecken stehen zur Auswahl, die Basic-Tour mit 172 Kilometer, die klassische Strecke mit 207 Kilometer, die Extrem-Strecke bei der 238 Kilometer abzuleisten sind und die Extrem2 mit 248 Kilometer und sagenhaften 4.800 Höhenmetern. Es ist sozusagen eine 3-Länder-Tour, die durch Teile Hessens, Bayern und Thüringen führt. Neben den Marathon-Strecken werden auch noch die verschiedenen RTF-Touren angeboten. Insgesamt trafen sich in Bimbach ca. 5.000 Radsportler. Die Marathon-Teilnahme war aber auf 2.000 Fahrer limitiert (im Vorjahr noch 2.250).

Natürlich waren wir in diesem Jahr bei der 26. Auflage wieder dabei und haben das ca. 220 Kilometer entfernte Bimbach angesteuert. Einige reisten schon am Samstag an, um in Fulda und Umgebung oder gar auf dem Campingplatz zu übernachten. Die Hartgesottenen starteten mit dem Auto am Pfingst-Sonntag gegen 2:30 Uhr Richtung Hessen.

Um 06:00 Uhr dann aber der Start zu den beiden Extrem-Touren. Ralf Reinkemeier ließ es sich nicht nehmen, die ca. 1.000-köpfige Gruppe erst einmal anzuführen. Um 07:00 Uhr gingen dann die Basic- und Classic-Fahrer mit ebenfalls 1.000 Rennradlern auf die Strecke. Die Wetterberichte sagten sonniges Wetter voraus.

Rückblende. Im vorigen Jahr musste die Extrem2-Strecke gestrichen werden, da auch Extrem-Temperaturen herrschten. Bis zu 38° Grad im Schatten wurden gemessen und viele Radsportler, obwohl gut vorbereitet, mussten mit Krämpfen und totaler Erschöpfung bei den verbliebenen drei Strecken abbrechen. In diesem Jahr sah das nun wieder besser aus und die Extrem2-Strecke war wieder im Programm.

Die Sonne blieb zwar hinter den Wolken versteckt aber es herrschte Windstille. Gutes Radsportwetter. Wer sich gleich zu Anfang richtig abstrampelte, dem konnte es passieren, dass er den Kaliberg bei Neuhof schon als den Kilimanjaro ansah. Aber wir hatten gut eingeteilt und nahmen die erste richtige Hürde zur Wasserkuppe mit ca. 910 Meter Höhe. Der Bimbacher Rad-Marathon hat es in sich und erfordert alle Kräfte. Er lässt die Radsportler nicht in Ruhe. Nicht so, wie beispielsweise beim Ötztaler, wo man weiß, dass es vier Berge zu bezwingen gibt und sich darauf einstellen kann (und muss). Beim Rhön-Marathon geht es ständig bergauf und bergab. Das bekommt man vor und auch nach Fladungen richtig zu spüren. Gotthards ist auch so ein Ortsname, den man nicht vergisst. Ein steiler Anstieg direkt nach der Kontrollstelle, wo noch einmal die Oberschenkel richtig brennen. Die Straßenverhältnisse zum Glück meistens hervorragend. Aber wenn man dann später an Fulda vorbei fährt, weiß jeder, bald ist es geschafft. Obwohl einem jede etwas höhere Bodenwelle wie der Jaufenpass vorkommt.

Wir haben es alle geschafft. Mit 14 Teilnehmern sind wir dort angetreten. In diesem Jahr zum ersten Mal dabei Frank Lange, der nach 207 anstrengenden Kilometern sagte, dass er glücklich sei, diese sportliche Hürde genommen zu haben aber mehr hätte auch nicht mehr kommen dürfen. Frank Eusterbrock, ebenfalls erstmals bei so einer langen und harten Tour am Start äußerte sich, dass es im heimischen Gebiet doch wesentlich einfacher sei zu fahren aber natürlich stolz über seine Leistung war. Ebenso ging es Michael Langner, der vor Kraft nur so strotzte und sich für seinen ersten Bimbach-Start richtig gut "in Schuss" gebracht hatte.
Hervorzuheben unsere beiden Extremfahrer Ralf Reinkemeier auf der 238-Strecke und Silvia Noya Crespo, die nach 248 hammerharten Kilometern incl. 4.800 Höhenmetern ins Ziel kam, als wäre es das normalste der Welt, solch ein Tour zu fahren. Unglaublich.
Am Ende wurden wir von den Cheerleader-Girls empfangen, was unsere Gesichter wieder aufhellte.
Leider konnte Thomas Snella wegen einer kurzfristigen Erkrankung nicht teilnehmen. Ebenfalls in diesem Jahr nicht dabei, Anja Diekhans, die aus terminlichen Gründen verhindert war.

Bilder: Ralf Reinkemeier führt die Extremfahrer an, die 207-Kilometer-Fahrer bei der letzten Kontrollstelle am Sportplatz Margretenhaun und mit den Cheerleader-Girls unter dem Zielbogen.

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