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Mit dem Rennrad in Meckpomm.
Ein Drama in sieben Aufzügen  -  Ein Reisebericht von Katharina Lustgarten

Tag 1: 27.08.2016
Je nach den verschiedenen Strecken und Stau-Typen lag die Ankunftszeit zwischen 13:00 und 15:00 mit einer Ausnahme. Statt der geplanten Kurzstreckenausfahrt unternahmen wir einen Ausflug per Pedes in die City von Neubrandenburg, in der das Stadtfest der vier Stadttore tobte. Nie gab es mehr Bierstände auf kleinerer Fläche – und für uns das erste Lübzer des Urlaubs! Im Shoppingcenter konnten die zu Hause vergessenen Dinge wie Sportsocken und Badehosen nachgekauft werden! Die Stadttore Neubrandenburgs sind wirklich sehenswert, aber die Innenstadt ist teilweise mit vielen sozialistischen Bausünden gespickt. Das viele Kopfsteinpflaster ließ noch keine schlimmen Ahnungen in uns aufkommen und die Restzeit bis zum Abendessen konnten wir mit Bier in unserem wunderschönen Biergarten am See oder auch mit einem Bad im See verkürzen.

Tag 2: 28.08.2016
URLAUB: nach einem reichhaltigen Frühstück brechen wir gegen zehn zur ersten Ausfahrt auf. Gut ausgerüstet mit Vorräten, glücklicherweise, denn auf unserer Strecke fanden wir nur ein Lokal, bei dem wir „tanken“ konnten. Aber was für eins: pure Idylle, fernab und mit eigenem Badesee. Der einzige Pferdefuß: vorher 4 und hinterher 2 Kilometer Kopfsteinpflaster aus Kaiser Wilhelms Zeit. Kein Spaß. (Kaiser Wilhelm gibt’s hier noch ziemlich viel...) Aber am Waldsee war’s wunderschön. Landschaftlich atemberaubend, endlose Wälder und Weiten, grandiose Ausblicke und dazu fantastisches Wetter. Das tröstete uns – auch an den folgenden Tagen – über die vielen Buckelpisten und Wege, die urplötzlich in einem sandigen Nichts endeten, hinweg. Aber über den Schnitt, den wir auf unseren ersten hundert Kilometer fuhren, wollen wir den Mantel des Schweigens breiten...
Auch an diesem Nachmittag hatten wir wieder Bier- und Badespaß – nicht zu schweigen brauchen wir über die wunderbaren Eis- und Tortenkreationen, die den Verlust der vielen verradelten Kalorien in Windbeutelseile wieder ausglichen.

Tag 3: 29.08.2016
Harald wollte (und konnte) uns an die Müritz bringen, doch dauerte das länger als geplant; erstens wegen eines Plattfußes am ENDE der ersten Pause und zweitens wegen des Denkmalschutzes! Da waren sie wieder! Unsere Kopfsteinpflaster! Eine zugezogene Frau, die uns sehr nett einen möglichst denkmalungeschützen Weg über die Dörfer um Penzlin nach Waren an der Müritz erklärte, erzählte auch, dass sie hier vom Renn- auf das Tourenrad umgestiegen sei. Kaum ein Dorf, das sich nicht mit einer Buckelpiste ziert, auch Ankershagen, ein Dorf in dem der Entdecker von Troja, Heinrich Schliemann aufwuchs. Eine ideale Verbindung von Sport und Kultur ;-). Und in Waren am Hafen konnten wir uns in einem überdachten Biergarten stärken und dort auch den einzigen Schauer des Urlaubs abwarten. Zurück ging es wieder über viele kleine Dörfer mit teilweise bemerkenswerten Namen: in Sorgenlos ließen wir uns fotografieren und um Hungerstorf machten wir einen Bogen.

Tag 4: 30.08.2016
Die landschaftlich schönste Tour führte uns über Neustrelitz nach Wesenberg, wo wir im Biergarten am Hafen und auch später im Café im Ort Kontakt mit den letzten Vertretern der originalen DDR-Servicementalität haben durften. Würstchen und Gulasch, Eis und Kuchen von Honeckers Gnaden in sozialistischem Ambiente. Der Kellner ist der König! Aber das alles konnte den Zauber der hellen, grünen, lichtdurchfluteten Wälder und endlosen blauen Seen, die sich über unseren Weg erstreckten, nicht mindern. Ein Urlaubsparadies, das bei gutem Wetter die Karibik überflüssig macht! Und über Kratzeburg und (wieder!) Ankershagen (Schliemann!) fanden wir den Heimweg über die eine oder andere denkmalgeschützte Straße in unseren Biergarten und zur Eis- und Kuchentheke ;-).

Tag 5: 01.09.2016
EIGENTLICH war dieser als Ruhetag deklariert und so kann der Chronist nur aus zweiter Hand berichten, denn er nutzte diesen „Ruhetag“: die schlimmste Tour der Woche, kurz an Kilometern und lang an sandigen, steinigen Wegen: 3 Stürze und ein unterirdischer Schnitt: never again! Aber dank des frühen Starts konnten wir schon um 15:00 ein Ausflugsboot besteigen, das – glücklicherweise – in ausreichendem Maß Lübzer Bier an Bord hatte, und so schipperten wir vergnügt über den Tollensesee und dann durch einen waldumringten Kanal (Amazonasfeeling!) in den naturgeschützten Liepssee, in dem auf einer kleinen Insel Hitchcocks Vögel brüteten. Und auf der Rückfahrt konnten wir an den Ufern des Sees Hügelgräber aus der Bronzezeit und FKK-Strände (bloß nicht hingucken;-)!) und vieles andere mehr betrachten...

Tag 6: 2.09.2016

MSR 90er Damenrunde
Rennradler sind Männer, daher wurde die über GPSies im Vorfeld gefundene Strecke gleich ad acta gelegt; aber nach mehreren Touren mit kopfsteingepflasterten Straßen schienen die „Damen“ einiges von ihrem Schrecken verloren zu haben und so fuhren wir an unserem vorletzten Tag die erste Runde ohne Kopfsteinpflaster! Wir fuhren Rennrad! Endlich! Und dann kamen wir am Zollhof vorbei, einem idyllisch gelegenen Lokal an einem lieblichen glazialen Zungenbeckensee. Es war so schön, dass wir beschlossen, ein paar Kilometer hin und her zu fahren um dann zu gegebener Zeit zu Mittag zu essen. Gesagt, getan?! Und dann? Speisekarte mit Fantasiepreisen. Selbst das LIND würde rote Ohren kriegen. Und kaum saßen wir, hatten wir zwei Wespenschwärme um uns. Trotz hungriger Mägen fuhren wir also schnell nach einem kleinen Trunk weiter und stärkten uns mit Kuchen und Eis in einem weiteren durch den Wandel der Zeit unbeleckten Café/Restaurant/Hotel sozialistischer Prägung...aber es war eine traumhafte Tour...ganz ohne Denkmalschutz...

DER LETZTE TAG
Wie, noch keine große Tour? Über die 130 km nicht hinausgekommen? Heute vielleicht? Geplant ist eine Tour an den Kummerower See. Die Hinfahrt: ein Traum (was sonst? ;-))! Schnelles Kilometerfressen. Eine kurze Pause an einem Badesee im Nirgendwo mit Badeinsel, Sprungbrett und dorfeigener Idylle---könnten wir nicht so was auch vor Rietberg haben ??? Und dann ein frugales Mahl am See...
Und dann: der Rückweg....Steine Steine Steine... aber zweimal dasselbe fahren wär ja auch langweilig... und so schlugen wir uns zurück...über das schlimmste Kopfsteinpflaster des Urlaubs...über Radwege, die mitten im Nirgendwo endeten... und zum Schluss über eine Brücke, die mindestens 20 % Steigung hatte... mindestens....

Fazit: Radfahren in MeckPomm mit dem Rennrad erst nach dem wilhelminischen Zeitalter ;-)!!!

 

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