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Ein Reisebericht von Hartmut Bolze

Nach vielen Fahrten in europ. Landschaften und Gebirgen, machten sich fünf Rennradfahrer des RSC Rietberg Mitte September mit drei Begleitern auf zu einer Reise zu den legendären Pässen der franz. Pyrenäen.


Nach langer Anfahrt kamen wie schließlich in Bagneres de Biogorre, unserem Stützpunkt für die folgende Woche, an.

Bei Gluthitze bezwangen wir am nächsten Tag den Col de'Aspin (1.489m). Von unseren tollen Begleitern mit Getränken, trockner und warmer Kleidung versorgt, begaben wir uns auf die folgende rasende Abfahrt. Auf dem weiteren Rückweg machten wir erstmals Bekanntschaft mit schweren Anstiegen, von denen wir trotz guter Vorbereitung noch nie gehört hatten.

Da das Wetter schlechter zu werden drohte, nahmen wir gleich am folgenden Tag den Höhepunkt der Reise in Angriff, den Kampf mit dem 2.115 m hohen Col duTourmalet ("schlechter Weg") auf. Nomen est Omen! Nach einem etwas flacheren Einstieg war über viele Kilometer hinweg eine Steigung von 9-11 % zu bewältigen. Auf dem Asphalt die gemalten Namen der aktuellen Tour-Helden. Geduldig und keinen einzigen Tritt auslassend erreichten wir unter Einsatz aller "Körner" schließlich die Skistation La Mongie und nach einigen weiteren schweren Kilometern die Passhöhe. Gipfelglück.
Wieder Kleidungswechsel und Stärkung und danach ab auf die rasende 19 km Abfahrt mit gut einsehbarem Verlauf und dank der Tour de France bestem Asphalt. Einfach phantastisch!

Der nächste Tag begrüßte uns mit Regen und Kälte, 14 Grad. Auf in den Wallfahrtsort Lourdes. Wollten wir mal gesehen haben. Unser Eindruck? Auch ein Erlebnis der besonderen Art.

Am nächsten Tag ging es kühl aber ohne Regen weiter, so dass wird uns den Col du Soulor (1.474m) und den Col d'Aubisque (1.709m) vornahmen, zwei Pässe kurz nacheinander und natürlich wieder schwer. Dennoch war der Soulor bald erreicht und nach einer kurzen aber bitterkalten Abfahrt ging es in den Gegenhang zum Aubisque. Es folgte die eindrucksvollste Wegstrecke unserer Reise. Auf schmaler und wenig gesicherter Straße an einer senkrechten Bergflanke entlang genossen wir einen grandiosen Blick in einen riesigen tiefen Talkessel (Cirque de Litor). Auf dem Pass selbst in einer gemütlichen Hütte Chocolat Chaud, Crêpes und Baguette. Dann zunächst zurück zum Soulor und von da an: Sausen lassen!

Am nächsten Tag wieder Regen. Vor uns startete mutig eine top ausgestattete ca. 50-köpfige Radsportgruppe aus Barcelona, geschätzt zwischen 20 und 70 Jahre alt. Quasi unser Alter, wenn wir auch eher etwas rechts von der Mitte.....lassen wir das.
Wir ließen den Regen verziehen und starteten zum Col de Peyresourde (1.569m), der keine Tücken für uns bereit hielt. Die Passhöhe erreichten wir bei wärmender Sonne.
Unsere Begleiter waren wie immer schon da und standen hilfreich zur Stelle. Sie lösten dann für uns auch die Geschicklichkeitsaufgaben, mit den uns der Hüttenwirt und Entertainer provozierte. Lustige Gesellschaft.
Dann wieder rasende Abfahrt. Alles gut, bis wir die Hauptstraße verließen. Wir hatten die leichteste Querverbindung nach Bigorre ausgesucht. Aber wie relativ leicht sein kann, erfuhren wir in den nächsten 2 Stunden. Scheinbar endlose stramme Anstiege folgten. Hinter immer neuen Kurven zerplatzten die Hoffnungen auf das Ende des Anstiegs. Als wir es endlich erreichten, schauten wir direkt in eine tiefe Senke und auf einen weiteren steilen Gegenhang, der diesmal schnurgerade nach oben führte. Die "Monsterwellen" wollten kein Ende nehmen. Schweigsames Klettern und erste Anzeichen einer mentalen Krise, wie wir uns später eingestanden. >>Blöde Berge?!
Schließlich kamen wir doch noch in Bigorre an. Auf der flachen Ortsdurchfahrt, dem einzig flachen Terrain in der Woche, erholten wir uns schnell und die Leichtigkeit des Rennradfahrens kehrte zurück. Zufrieden und in wohliger Erschöpfung erreichten wir unser Hotel.
In dieser Stimmung traten wir am nächsten Tag die Heimreise an.
Was bleibt sind tolle Eindrücke von einer schönen und anstrengenden Reise in guter Gemeinschaft.

Aber etwas war da doch noch, irgendetwas Unerledigtes.........
...ach ja, L'alpe du Huez.

Teilnehmer: Wolfgang Borghoff, Fritz Bönner, Franz Grönebaum, Helmut Küthe und Hartmut Bolze

Fotos: Eugen Fincke

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